Naturschauspiel Amerika – Zion Nationalpark, Bryce Canyon und Antelope Canyon
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Naturschauspiel Amerika – Zion Nationalpark, Bryce Canyon und Antelope Canyon

Nach der turbulenten Zeit in Las Vegas, zog es uns von dem Bundesstaat Nevada in den Bundesstaat Utah. Es war nach 21 Uhr als wir im Zion Nationalpark ankamen und die Campingplätze waren restlos ausgebucht. So mussten wir uns wiedermal auf eine andere Art und Weise einen Schlafplatz beschaffen. Wir parkten das Auto am Campingplatz und marschierten zu einem Ehepaar, das noch vor ihrem Lagerfeuer saß. Eine kurze Unterhaltung später und sie boten uns an, unser Zelt neben ihrem Wohnwagen aufzustellen. Wir machten uns ans Aufbauen des Zeltes als wir Gesellschaft von einem großen, stolzen Hirsch bekamen. Er graste friedlich vor sich hin und so ließen wir uns nicht weiter von ihm stören.

Uns ging es des Öfteren so, dass wir erst spät abends wo ankamen und uns dann um eine Unterkunft kümmern mussten. Das spannende, vor allem bei Campingplätzen ist der nächste Morgen. Du wachst auf, öffnest den Zipp des Zeltes und siehst erst, wie es rund herum aussieht. So war es auch an diesem Morgen. Ich blickte in die umliegende Natur, die grünen Bäume, der blaue Himmel, die rot-orangenen Gesteine und spürte die klare, angenehme Luft.

Wir saßen gerade gemütlich beim Frühstück vor unserem Zelt, als uns der Ranger darauf hinwies, dass vor zehn Minuten Check-Out war. Auf unserer Uhr war Check-Out Zeit erst in einer Stunde. Später wurde uns bewusst, dass es eine sogenannte Mountain-Time gibt, die in bestimmten Zonen und Bundesstaaten aktuell ist. Da hatten wir uns wohl zu wenig erkundigt.

Durch die Schluchten des Zion Nationalparks

Für diesen Tag planten wir durch den Zion Nationalpark zu wandern, der eine Fläche von 579 km² hat. Zion bedeutet Zufluchtsort oder Heiligtum. Da es nicht erlaubt ist, mit dem Auto allzu weit hinein zu fahren, gibt es Shuttlebusse die verschiedene Stationen anfahren, von wo aus Wanderungen starten. Der Nationalpark ziert sich mit einer schluchtenreichen Landschaft. Die Schluchten sind ringsum von hohen, braunen und orangeroten Sandstein umringt. Wir entschieden uns für die beiden Wanderungen Emerald Pools und River Walk. Ersteres ist ein wunderschöner Wanderweg. der durch Schluchten, Wälder und zu kleinen naturbelassenen Wasserbecken führt. An einer Stelle kommt das Wasser wie bei einem Wasserfall von den Felsen herunter und fließt direkt neben dem Wanderweg  abwärts in die Schlucht.

Die zweite Wanderung führte uns zu The Narrows und befindet sich am Ende des Zion Canyon. Ein kurzer Fußweg brachte uns direkt zu dem Virgin River. Dieser ist dafür bekannt, dass man ab dieser Stelle des Wanderweges durch den Fluss stapfen musst. Es wird nahe gelegt, gutes Schuhwerk zu tragen und es gibt die Möglichkeit sich feste Schuhe auszuborgen. Da dieser Weg eher ein Spontanentschluss von uns war, waren wir nicht vorbereitet. Wir beschlossen uns unsere Schuhe auszuziehen und den Weg barfuß durch den kalten Fluss zu gehen. Dies war kein leichtes Unterfangen und erforderte Konzentration, Vorsicht und Gleichgewichtssinn. Hinzu kam, dass die Wassertemperatur mit 13 Grad Celsius kühl war und mir nach kurzer Zeit die Kälte in den Kopf stieg. Um die gesamte Wanderung zu gehen, sollte man ein bis zwei Tage einplanen und man brauchst eine Genehmigung. Daher gingen wir nur ein Stück und machten uns bald wieder auf den Rückweg, bevor die Sonne unterging.

Hirsche auf dem Weg zum Bryce Canyon

Anschließend machten wir uns auf den Weg Richtung Bryce Canyon, da wir uns dort am nächsten Morgen den Sonnenaufgang anschauen wollten. Am Weg vom Zion Nationalpark Richtung Bryce Canyon sahen wir immer wieder Warnschilder, die anzeigten, dass auf der Strecke viele Hirsche unterwegs sind. Es war dunkel und so war höchste Vorsicht geboten. Und tatsächlich stand plötzlich mitten auf der Fahrbahn zum Bryce Canyon ein Hirsch, den wir zum Glück gerade noch ausweichen konnten. Schon fast bei unserem Ziel angekommen, hielten wir bei einer Tankstelle um uns bzgl. eines Campingplatzes in der Nähe zu erkundigen. Wie es der Zufall will, war hinter der Tankstelle ein Campingplatz. Es war finster und wir stellten rasch unser Zelt auf, erledigten die wichtigsten Hygienemaßnahmen und huschten bei nächtlichen Temperaturen von Null Grad Celsius ins Zelt. Wir sahen wiedermal erst nächsten Morgen wie es rund um unser Zelt eigentlich aussah.

Beeindruckende Felsformationen am Bryce Canyon und Antelope Canyon

Am nächsten Morgen standen wir um 6.30 Uhr auf, ließen unseren Pyjama an, stiegen noch aufgewärmt vom Schlafsack ins Auto und fuhren direkt zum Inspiration Point des Bryce Canyon. Es war noch immer sehr kalt und wir rüsteten uns zusätzlich mit einer Decke.

Jetzt war es an der Zeit, meine ganze Aufmerksamkeit dem Geschehen vor mir zu widmen . . .

Nach diesen spektakulären Bildern vom Bryce Canyon, die sich in meinem Kopf festgesetzt hatten, fuhren wir zurück zum Campingplatz. Wir gönnten uns eine Dusche und bauten unser Zelt ab.

Drei Stunden später kamen wir beim Antelope Canyon und somit in einem anderen Bundesstaat an, Arizona. Der Antelope Canyon besteht aus dem Upper Antelope Canyon und dem Lower Antelope Canyon. Wir entschieden uns für den Lower Antelope Canyon, da dieser nicht so überlaufen ist wie der Erste. Um dort nach unten zu kommen, waren wir gezwungen uns einer Tour anzuschließen. Die Guides achten darauf, dass die Touristen nicht auf die Wände klettern oder dieses Naturwunder beschädigen. Hinunter geht es über eine steile Treppe und der Weg durch den Canyon ist an manchen Stellen sehr eng. Besonders schön schaut es aus, wenn die Sonne zwischen den schmalen Gesteinsöffnungen nach unten hin durchscheint.

Überraschung Campingplatz

Zu guter Letzt erklärte uns unser Guide einfach und anschaulich wie diese Formationen entstehen. Das System ist bei allen das Gleiche, sei es der Bryce Canyon oder der Antelope Canyon. Durch starke Regengüsse dringt Wasser in den Boden ein und dadurch entstehen Mulden. Das Wasser führt dazu. dass sich der Sand zu Klumpen formt, der anschließend durch die Hitze hart wird. Dies passiert über Jahre hinweg immer und immer wieder bis schließlich die großartigsten und schönsten Gesteinsformationen entstehen.

Eineinhalb Stunden Autofahrt später, kamen wir zur Abwechslung wiedermal bei Dunkelheit in einem Ort Namens Cameron an. Zu den Orten generell hier in Amerika ist zu sagen, dass diese recht unspektakulär sind. Meist gibt es keinen eindeutigen Ortskern alles liegt weitläufig an einer großen Straße und außer Supermärkte, Tankstellen und einigen Häusern ist nicht viel zu sehen. Jedenfalls war das mein Eindruck von den Orten, an denen wir bei unseren Touren vorbeikamen.

Eine unvergessliche Nacht

Die zweite unvergessliche Nacht, die ich euch in meinen Erzählungen noch schulde, lief wie folgt ab: In Cameron fuhren wir spontan zu einer Tankstelle, um nach dem Weg zu dem nächstgelegenen Campingplatz zu fragen. Die Tankstelle hatte bereits geschlossen, dennoch sahen wir Licht. Ich klopfte lange an die Türe, bis uns eine Mitarbeiterin aufmachte. Wir schilderten ihr kurz unser Anliegen, dass es spät sei und wir für heute Nacht einen Schlafplatz bräuchten.

Sie meinte, sie haben hinter der Tankstelle einen Campingplatz auf einem Fleck Wiese. Wir stimmten sofort zu und zahlten für uns drei sage und schreibe 10 USD. Klo, Bad und Dusche waren für diesen Preis nicht vorhanden. Wir bezahlten das Geld. Sie erklärte uns noch in kurzen Worten, wo wir den Campingplatz finden und schloss hinter uns ab. Wir fuhren mit dem Auto hinter die Tankstelle und versuchten mit den Lichtern die Fläche dort auszuleuchten. Außer erdige Hügel und hohes, struppiges Gras war nichts zu sehen.

Für 10 USD war das vielleicht der Platz, komisch kam es uns dennoch vor. Es war weit und breit keine flache Ebene zu sehen, wo wir unser Zelt aufstellen konnten. Wir fuhren zurück zur Tankstelle, um nochmals nachzufragen, aber es machte uns niemand mehr auf. Wurden wir übern Tisch gezogen? Wir versuchten ein zweites Mal unser Glück und suchten genauer nach dem Fleckchen Wiese, dass uns versprochen wurde. Und siehe da, unter dem Scheinwerferlicht tauchte nach längerer Suche plötzlich ein saftig, grüner Wiesenfleck auf. Wir waren allen Anschein nach die Einzigen, die hier ihr Zelt aufschlugen. Den Toilettengang erledigten wir in der freien Natur und das Zähneputzen passierte unter sternenklarem Nachhimmel. Das Zelt konnten wir auf weichem und vor allem flachen Untergrund aufstellen und so schlummerten wir in dieser Nacht tief und fest.

Gibt es eine Übernachtungsmöglichkeit, die du nicht so schnell vergessen wirst? 



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