Gestrandet auf den Malediven
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Gestrandet auf den Malediven

Die Malediven  sind ein islamischer Inselstaat im Indischen Ozean, südwestlich von Indien und Sri Lanka. Die Hauptstadt dieser Inselgruppen darf sich Male nennen. Dieses Traumurlaubsziel besteht aus mehreren Atollen und 1196 Inseln, von denen 220 von Einheimischen bewohnt und 87 weitere für touristische Zwecke genutzt werden. Die Inseln liegen alle rund einen Meter über dem Meeresspiegel, was sie besonders anfällig für den stetig ansteigenden Meeresspiegel macht.

Meine Reise nach Dhigurah auf den Malediven

Wo genau ich gestrandet bin? Auf der Insel „Dhigurah“, wahrscheinlich einer der – noch – untouristischsten Inseln auf den Malediven. Diese Insel ist mit einer Länge von 3,5 Kilometern einer der längsten Inseln der Malediven und sie weist eine Breite von entzückenden 0,3 Kilometern auf. Eine schlanke Zahl von rund 600 Einwohnern haben das Glück diese Insel zu bewohnen.

Die Anreise auf diese kleine Trauminsel ist nicht zu unterschätzen. Zuerst flog ich sechs Stunden von Wien nach Dubai. In Dubai gab es einen Aufenthalt von rund vier Stunden. Weiter ging es innerhalb von fünf Stunden von Dubai direkt nach Male. Von dort brachte mich ein Kleinflugzeug innerhalb von zwanzig Minuten nach Mammigili. Ein Auto hat mich schließlich vom Flughafen zum Hafen gebracht und das letzte Transportmittel war schließlich ein Speed Boot, das mich von Mammigili in rund fünfundzwanzig Minuten zur Insel Dhigurah brachte. Durchaus keine Anreise die zu unterschätzen ist, aber die sich lohnt.

Gleich vorweg, um die Spannung zu nehmen, damit ihr euch für den Rest des Beitrages auf die schönen Dinge konzentrieren könnt: Da sich nun sicher die Backpacker unter euch – wahrscheinlich schon bei dem Wort „Malediven“ in der Überschrift – gefragt haben, ob mich dieser Urlaub nicht ein Vermögen gekostet hat, hier meine Reisekosten-Aufstellung.

Reisekosten für die Malediven

Unbenannt

 

 

 

 

Für das Essen vor Ort brauchte ich im Durchschnitt EUR 9,- am Tag, für zwei Mahlzeiten. Nicht im Hotel, sondern in einem einheimischem Café. Soviel zu den Daten und Fakten meines zehntägigen Urlaubs auf den Malediven.

Schon bei der Ankunft in Male stach mir das glasklare, türkisfarbene Wasser ins Auge. Mitten vom Flughafen aus blickte ich direkt auf das wunderbar, strahlend, blaue Wasser. Als ich immer näher zur Insel Dhigurah kam, machte sich vor mir ein kilometerlanger, weißer Sandstrand breit und wo das Auge hinreichte türkisblaues, klares Wasser.

Welcome to the Maldives!

Erst einmal runter vom Speed Boot und durchatmen. Die einheimischen Männer der Malediven sind klein und dünn. Ihre dunkle Hautfarbe kommt der, der Inder gleich und auch die englische Aussprache ist der indischen ähnlich. Ich setzte mich in das bereitstehende Auto – runtergekühlt auf gefühlte zehn Grad versteht sich. Ich bekam eine kurze Einführung über die Insel, deren Bewohner und Sitten. Ein paar Mal links und rechts abgebogen und schon hielt das Auto vor dem Resort. Das Auto, in dem ich kutschiert wurde, war eines der zwei einzigen Autos auf dieser Insel. Gleich zu Beginn wurde mir erklärt, dass es einen Strandabschnitt für Touristen und einen für Einheimische gibt. Der erste Strandteil rechts und links darf nur von den Einheimischen sowie von den Touristen, die sich entsprechend kleiden, betreten werden. Was entsprechend bekleidet dort bedeutet? Knie und Schulter müssen bedeckt sein, keine zu kurzen Sachen tragen, von Bikini ganz zu schweigen. Auf dem restlichen Strandteil dürfen sich die Touristen frei bewegen und natürlich auch mit Badebekleidung sonnenbaden und schwimmen.

Essen auf den Malediven

Nun hieß es erstmal ankommen und den riesengroßen Hunger stillen. Da mir das Essen im Hotel eindeutig zu teuer war, ging ich in das einzige dorfeigene Café, das es auf der Insel gab. Gleich zu Beginn stellte ich fest, dass die Bewohner der Malediven in schönen. gepflegten Häusern wohnen und sie auf mich keinen ärmlichen Eindruck machten. Ich war schon gespannt, was zu essen angeboten wird. Vor allem freute ich mich auf die frischen Meeresfrüchte. Ich war neugierig darauf, was die Einheimischen hier auf den Malediven essen. Die erste große und somit letzte Enttäuschung dieses Urlaubs: keine Meeresfrüchte und es gab insgesamt vier Speisen zur Auswahl. Nasi Goreng, Bami Goreng, Club Sandwich, Chicken Curry und ein paar kleine Snacks, also indonesisch angehaucht. Preislich aber unschlagbar. Für eine Mahlzeit plus Getränk konnte ich mit 3-4 Euro rechnen. Der Geschmack des Essens war absolut in Ordnung.

Strandparadies Malediven

Nun wollte ich mir einen Überblick von der Umgebung machen. Ab zum Strand . . . und siehe da . . . es gab nichts zu sehen. Es gab nichts zu sehen außer weißen, pulverweichen Strand, Palmen und ein prachtvolles Farbenspiel von den unterschiedlichsten Blautönen im Wasser. Und sonst? Keine Menschenseele weit und breit. Ich fühlte mich so, als ob ich auf einer einsamen Insel gestrandet wäre. Jetzt aber Strandtuch ausbreiten und reeeellllllaaaaaaxxxxeeeennnn. Ich streckte alle Viere von mir und schon war ich im Land der Träume umgeben vom reinen Paradies. Wow . . . was war das denn? kurzer Schmerz Mich riss es mit einem Mal aus meinem Tiefschlaf. Irgendetwas zwickte mich in meinen Finger. Eine zehn bis fünfzehn Zentimeter große Krabbe zwickte mich doch tatsächlich in meinen Zeigefinger. Deren Kraft ist nicht zu unterschätzen. Spätestens jetzt realisierte ich, dass ich nicht mehr im kalten Wien war, sondern auf einem der schönsten Inselparadiese die es heutzutage gibt, inmitten von der noch unberührten Natur.

Flughunde auf den Malediven

Am Weg zurück zum Resort – es war bereits fünf Uhr Nachmittags – fielen mir ungeheuer große Tiere auf, die wild von einem Baum zum nächsten flogen. Sie sahen genauso aus wie Fledermäuse, nur das diese Tiere auf den Malediven um einiges größer sind. Diese gigantischen Fledermäuse sind sogenannte Flughunde, wie mir später ein Einheimischer erzählte. Flughunde kommen vor allem in tropischen und subtropischen Regionen in Afrika – einschließlich Madagaskar und den Seychellen -, dem südlichen Asien, Australien und dem westlichen Ozeanien vor. Der maledivische Flughund bekommt eine Spannweite von 1,7 Meter und ein Gewicht von 1,6 Kilogramm. Sie können bis zu dreißig Jahre alt werden und die Weibchen bekommen meist nur ein Junges pro Jahr. Die Flughunde können teilweise sehr niedrig fliegen, sodass ich manches Mal aus Reflex den Kopf einzog. Diese Tiere sind für uns Menschen harmlos, sie schauen nur gruselig aus, noch dazu wenn die Dämmerung anbricht.

Schnorcheln auf den Malediven

Für den zweiten Tag auf den Malediven buchte ich mir einen Schnorcheltrip. Taucher und Schnorchler sind im selben Boot. Wir fuhren weit raus aufs Meer, wo es immer wieder mitten im indischem Ozean Riffs gibt, dort bleibt das Boot stehen. Zuerst springen die Taucher ins Wasser und kurz darauf hüpfen die Schnorchler in die Tiefen. Ich war in meinem Urlaub einige Male schnorcheln. Jedoch war ich anfangs eher enttäuscht von der Unterwasserwelt rund um die Malediven. Einmal passierte es, dass die Bootsmänner vom Boot aus einen Manta – dies ist eine Rochenart – sichteten. Natürlich zogen wir uns alle sofort Flossen an, setzten Maske und Schnorchel auf, sprangen ins Wasser und schwammen dem Manta nach. So ein Manta kann eine Spannweite von bis zu sieben Metern bekommen, ein gigantisches Tier. Leider habe ich nicht viel von dem Manta gesehen, weil ich erstens zu langsam unterwegs war 🙂 und zweitens der Manta schnell schwimmen kann. Aber ich erspähte das Riesentier von einigen Metern Entfernung.
Die Malediven sind bekannt für die Walhaie, die in den tiefen des Meeres auf uns Menschen warten. 😉 Der Walhai zählt zur größten Haiart, die es gibt. Es gibt unzählige Walhai-Safaris, die man auf den Malediven buchen kann. Dabei versuchen die einheimischen Bootsmänner die Walhaie zu finden und ihnen hinterher zu fahren. Ich nahm auch an einer Walhai-Safari teil. Leider hatten wir kein Glück. Wenn die Bootsmänner einen Walhai sichten, läuft dies genauso ab wie beim Manta. So schnell wie möglich Schnorchel-Ausrüstung aufsetzen und ab ins Wasser.
Meine letzten beiden Schnorcheltrips waren doch noch ein tolles Erlebnis. Ich inmitten von unzähligen kleinen bunten Fischen. Wir hielten bei einem Riff inmitten vom indischen Ozean und weit und breit war nichts außer Wasser. Keine Insel, kein anderes Boot, nur der Horizont war zu sehen. Das ist ein angsteinflößendes und zugleich atemberaubendes Gefühl. Ich sprang runter vom Boot ins Wasser. Irgendwann trieb das Boot vom Riff ab und ist weiter weg. Die Schnorchelkollegen waren einige Meter von mir entfernt und ich schaute auf und nahm die Schnorchelmaske ab. Rund um mich war nichts außer die Weite des Meeres. Ich hatte in dem Moment das Gefühl, die Einzige in diesem tiefen Wasser zu sein. Wenn ich ans Ende von dem Riff schwamm, sah ich nichts außer eine endlose Tiefe, die ins Unendliche führte. Ein beeindruckendes Gefühl. Zu lange hielt ich diese Situation nicht aus und schwamm wieder zurück zur Gruppe. Als ich vor mich hin schnorchelte und hin und wieder den Kopf aus dem Wasser streckte und dann wieder runter schaute, war alles unter mir voll von Fischen. So nah kam ich selten an Fische. Die Korallen sind leider alle farblos. Aber dafür gibt es viele, bunte Fische. Mitten zwischen den vielen Fischen, unten am Meeresgrund schwamm ein Weißspitzen-Riffhai. Dieser kann eine durchschnittliche Körperlänge von etwa 1,60 Meter erreichen. Zuvor dachte ich immer, wenn ich einen Hai sehe, gerate ich sicher in Panik. Dem war nicht so, ganz im Gegenteil. Der Hai – eigentlich waren es zwei –  schwammen ganz langsam und entspannt unter mir vorbei. Sie strahlten für mich so eine Ruhe aus, dass ich ihnen einfach ganz ruhig mit meinem Kopf unter Wasser ein Stückchen nach schwamm. Das zweite wirklich tolle Schnorchel-Erlebnis war ein Ausflug zum „Coral Garden“, ein Geheimtipp der Inseleigenen Tauch- und Schnorchel-Schule. Wir blieben mit dem Boot wieder mitten im Meer stehen, sprangen ins Wasser und schwammen über ein halbes Meter seichtes Korallenriff, bis wir nach einigen Metern inmitten eines runden, bunten Korallenriffs ankamen. In der Mitte sah man den Sand und rund herum machten sich die Korallen auf, mit unzähligen Fischen aller Art. Ich hatte auch das Glück eine Wasserschildkröte zu sehen, die ganz dicht neben mir vorbei schwamm als ob sie ganz alleine im Wasser wäre. Das faszinierende an den Malediven ist, dass du in der einen Sekunde nichts als dunkelblaues Meer unter dir siehst und in der nächsten Sekunde ist das Wasser plötzlich seicht und hat eine wunderschöne hellblau, türkise Farbe.

Abenteuer Tierwelt auf den Malediven

Wenn ich gerade nicht auf einem Schnorcheltrip war, machte ich es mir am Strand gemütlich. Es dauerte immer einige Zeit, bis ich unter einer Palme ein Schattenplätzchen fand, aber es hat sich jedes Mal gelohnt. Der Sand ist weiß wie Schnee, fein wie Backpulver und weich wie Watte – einfach traumhaft. Überall am Strand sah ich viele Löcher mit einem Häufchen Sand daneben. Da hausen die Krabben die ihre Region gekonnt verteidigen. Die Krabben sind mehrere Zentimeter breit, sehr flink und geschwind. Dann gibt es noch die Landeinsiedlerkrebse. Dies sind kleine süße Krebse, die sich das Gehäuse von Meeresschnecken zu ihrem zu Hause machen und damit am Strand auf und ab spazieren. Wie ihr seht, gibt es nicht nur eine an Meerestieren reiche Unterwasserwelt, sondern auch an Land gibt es auf den Malediven einiges zu entdecken. Natürlich kommt es immer darauf an, auf welcher Insel du landest. Die Insel auf der ich strandete, ist wahrhaftig naturbelassen.

Natürlich nahm ich mir an einem Tag die Zeit, um bis ans Ende der Insel zu gehen. Da die Sonne hier nicht zu unterschätzen ist, ging ich zeitweise durch den Dschungel, um wenigstens teilweise im Schatten zu gehen. Das faszinierende an der Insel ist, das wenn du in der Mitte der Insel gehst du rechts und links das Meer sehen kannst, so schmal ist sie. An einem Ende der Insel ist eine Sandbank über die du zu einer anderen Insel gehen kannst. Nicht zu verachten ist, dass die Lufttemperatur jeden Tag an die 31 Grad und das Wasser 29 Grad hatte.

Auf meinem Spaziergang am Strand entlang, machte ich eine tolle Entdeckung. Ganz nahe am Strand, dort wo das Wasser nur einige Zentimeter seicht ist, schwammen neben meinen Füßen plötzlich zwei kleine Baby-Schwarzspitzen-Riffhaie an mir vorbei. Zum Glück hatten diese beiden keine Eile und ich konnte entspannt ein paar schöne Fotos machen.

An manchen Tagen war die Flut nachmittags so stark, dass das Wasser über den Strand bis nach hinten zum Dschungel kam und ich somit keinen Platz zum Liegen hatte. Das ist der Wille der Natur und so ging ich zurück zum Resort. Die anderen Touristen, die sich auf der Insel und somit in dem einzigen Resort das es gab befanden, waren von den Nationalitäten her bunt gemischt. Einige Russen, Spanier, Amerikaner, Österreicher. Was ich während meines Aufenthalts erfuhr war, dass viele der auf der Insel Arbeitenden aus Sri Lanka, Bangladesch oder Indien kommen, um hier einige Zeit zu arbeiten.

Nun aber genug von meinen Urlaub auf den Malediven.

Warst du schon mal auf den Malediven oder einer anderen Trauminsel dieser Art? Bin auf deine Erzählungen gespannt. 

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kein Kommentar

  1. Uli

    Schööööön!!!!

    13. März 2015 Antworten
  2. Uli

    Hast Du auch ein Foto vom Hotel, welches Du online stellen kannst? 🙂

    13. März 2015 Antworten
    • gettinghigher

      Nein dazu hab ich leider keine Fotos. Aber schick mir am besten ein E-Mail, dann kann ich dir Infos bzgl. des Hotels zukommen lassen. 😉

      13. März 2015 Antworten
  3. Jens Lüdicke

    Hey Christina,

    da wäre ich ja sogerne mitgeflogen! Das sieht ja alles so genial aus und deine Bilder, besonders die Unterwasserbilder, sind einfach klasse! Ich hoffe, dass die das kalte Wien dann aber wieder gut aufgenommen hat! Zum Glück wird es jetzt bald Frühling 😉

    Liebe Grüße aus Frankfurt
    Jens

    14. März 2015 Antworten

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